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Archiv

Unten finden Sie die unser Programm-Archiv bis zurück ins Jahr 2008. Die älteren Programme (2000 bis 2007) finden Sie im Design ihrer Zeit via die folgenden Links.

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007

Spielzeiten
Fr 16.05.08 20:00 Cabaret Voltaire (Dada-Haus)
Details
Deckname männlich, Produkt weiblich Literatur
Eintritt
CHF 18.-
Tickets/Reservation
Ab 21. April bei Migros-City, Löwenstrasse 35, 8001 Zürich
Tel.: 044 221 16 71
Deckname männlich Produkt weiblich: Künstlerinnen und die Funktion männlicher Pseudonyme - eine unendliche Geschichte?

Dr. Lisa Fischer aus Wien wurde 1959 in Wien geboren. Sie ist freiberuflich tätig als Kulturhistorikerin und Journalistin, hält weltweit Vorträge und ist Kuratorin für zahlreiche Ausstellungen und Autorin zahlreicher Bücher. Sie legt ihren Forschungsschwerpunkt insbesondere auf Frauenbiographien.

1717 heiratete Anastasius Lagrantius Rosentengel im deutschen Halberstadt seine Geliebte. Er hatte mehrere Jahre tapfer als Musketier im Spanischen Erbfolgekrieg gekämpft. Nur vier Jahre später wurde ihm der Prozess gemacht. Der enttarnte Ehemann, verraten von seiner Schwiegermutter, kam als Catharina Margaretha Linck vor Gericht. Friedrich Wilhelm, der preußische König, verurteilte sie zum Tode. Margaretha war die letzte Frau, die in Europa wegen sogenannter Unzucht zwischen Frauen hingerichtet wurde. Das corpus delicti, ein aus Leder gefertigtes ausgestopftes männliches Glied, wurde vor Gericht ausführlich gewürdigt.

In diesem Fall ging es nicht nur um eine Rollenveränderung sondern um die Gefährdung der Gesellschaft. Liebe unter Frauen entzieht dem Mann seine letzte Macht- und Reproduktionsbasis. Die Neuzeit zeigt dementsprechend auch eine kontinuierliche Entwicklung klarer Rollentrennungen. Im Zivilisationsprozess der europäischen Moderne wird die Frau der Natur, also dem Gebären und der Familie zugeordnet, der Mann hingegen dem Geist und der Öffentlichkeit – er findet seine Verwirklichung in der Kunst oder der Wissenschaft. Die Rollenzuschreibungen waren damit festgelegt - Verstöße wurden nicht nur moralisch sondern auch gesetzlich geahndet und bestraft. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gab es zudem strenge Kleidervorschriften. Im öffentlichen Raum war es Frauen bei Strafe verboten, Männerkleider zu tragen.

Dennoch ist die Geschichte voll von Beispielen weiblicher Opposition gegen die zahlreichen Formen der Diskriminierungen. Frauen, die nicht gewillt waren, die Rolle der Ehefrau und Mutter am Herd zu übernehmen, zogen Hosen an und mit ihnen und in die Welt hinaus.

Organisiert vom Verein Frauenzentrum Zürich
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