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Archiv

Unten finden Sie die unser Programm-Archiv bis zurück ins Jahr 2008. Die älteren Programme (2000 bis 2007) finden Sie im Design ihrer Zeit via die folgenden Links.

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007

Spielzeiten
Do 01.05.08 20:00 Theaterhaus Gessnerallee
Fr 02.05.08 20:00 Theaterhaus Gessnerallee
Sa 03.05.08 20:00 Theaterhaus Gessnerallee
Details
CHEAP BLACKY Theater
Tickets/Reservation
www.gessnerallee.ch
www.starticket.ch
«Ich weiss nicht, woher die Idee für Blacky eigentlich kam und was am Ende dabei herauskommen wird. Ich habe noch nie Theater gemacht und arbeite daher völlig ohne Netz und doppelten Boden. Aber dieses Theaterprojekt bot den Vorwand für eine weitere Zusammenarbeit mit Susanne Sachsse, die in meinem Film ‹The Raspberry Reich› (2004) mitgespielt hat, und mit ihrer schrägen Theatertruppe CHEAP. Zu dieser Gruppe von Exilanten und Aussenseitern gehört Vaginal Davis, ausgewanderter Drag-Star aus Amerika, die in mehreren meiner Filme aufgetreten ist und mich Susanne Sachsse damals vorgestellt hat.
Nehmen wir noch den unglaublichen Künstler und Filmemacher Christophe Chemin dazu, dann haben wir die Runde komplett, die inzwischen als ‹The Blackies› bekannt ist.» Bruce LaBruce Bei der Entwicklung seiner ersten Theaterarbeit ging Bruce LaBruce von Fassbinders unbeachtetem Klassiker «Whity» (1971) aus und beschäftigte sich mit drei weiteren Filmen aus den späten 60ern: John Hustons «Spiegelbild im goldnen Auge» (1967), Joseph Loseys «Boom» (1968) und Pasolinis «Teorema» (1968). Diese Filme entstanden in einer Epoche politischer, sozialer und sexueller Umwälzungen, einer Ära der Desillusionierung über den Status quo und einer Zeit, in der man das finale Aufbegehren der letzten aus den repressiven und selbstzufriedenen 50ern und 60ern noch verbliebenen Unschuld erleben konnte.
Bruce LaBruce fasziniert dieser historische Augenblick im Kino, in dem alte erzählerische Formen aufgelöst und Mythen entmystifiziert werden. Nach dem Durcharbeiten der Drehbücher begannen sich bestimmte Muster herauszukristallisieren: In allen vier Filmen geht es um Familien im weitesten Sinne und stets wird der «Kult des Familienlebens» von einem Eindringling angegriffen, bedroht oder beeinträchtigt. In jeder Geschichte erfährt die Kernfamilie eine Krise, die zu einer Art sexueller und/oder spiritueller Transformation der Familienmitglieder führt. Und jeder Text ist durchflochten vom Kräftespiel zwischen Dominanz und Unterwerfung, das den Beziehungen von Klasse und Rasse inhärent ist. In «Cheap Blacky» werden diese Texte vermengt und ihr wesentlicher Kern herausgearbeitet, um sie im symbolischen Gewand verschiedener Darstellungsformen wiederzugeben: filmische Traditionen, Slapstick, Burleske, Varieté, Modern Dance, der Film-Soundtrack, Avantgarde-Performance und guter, alter Exhibitionismus.
CHEAP, die 2001 gegründete, in Berlin ansässige internationale Performancegruppe um Susanne Sachsse und Marc Siegel entwickelt multidimensionale Kunstformen, in denen verschiedene Genres sowie theoretische Ansätze integriert werden. Die unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen der Gruppenmitglieder beeinflussen den gemeinsamen Arbeitsprozess und die politischen, thematischen und ästhetischen Schwerpunkte der Arbeiten.
Bruce LaBruce lebt als Autor, Filmemacher und Fotograf in Kanada und produzierte in den 80er Jahren Homo-Punk-Magazine. Sein erster Langspielfilm «No Skin of my Ass» (1991) über die Beziehung zwischen einem schwulen Friseur (von LaBruce selbst gespielt) und einem stummen, jungen Skinhead entwickelte sich zu einem Kulthit. In Deutschland wurde er mit seinem Film «The Raspberry Reich», eine homoerotische Story über die RAF, bekannt.

Regie Bruce LaBruce
Mit Dragan Asler, Tan Binh, John Blue, Tim Blue, Christophe Chemin, Vaginal Davis, Daniel Hendrickson, Assaf Hochman, Anna Mülter, Susanne Sachsse, Marc Siegel
Raum Christophe Chemin
Kostüm Rick Owens
Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee, HAU Berlin Gefördert durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds
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